Gründer legen los!Der Gründergeist hat wieder mehr Einzug gehalten“, sagt Reinhart König, Existenzgründungsberater bei der IHK Hochrhein-Bodensee. Während in den vergangenen Jahren die Zahl der Gründungen „eher dahin gedümpelt“ sei, habe sie nun auch in konjunkturell guten Zeiten zugenommen. Mit jeweils rund 16.400 Neugründungen blieb die Zahl der Gründer im Regierungsbezirk Freiburg in den vergangenen beiden Jahren stabil.
Und die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, die schon für 2010 einen „Gründerboom“ vermeldet hatte, begleitete in den ersten sieben Monaten dieses Jahres fast zehn Prozent mehr Gründungen als im Vorjahreszeitraum und versorgte die Starter mit Bürgschaften oder Garantien. Nico Sorokin (32) und Klaus Gerwig (34) finanzierten die Gründung ihrer Firma „Wakemotion“ dagegen selbst. 2009 machten sie ihr Hobby zum (Neben) Beruf und organisierten Wakeboard- Touren auf dem Bodensee. Vor etwa einem Jahr sattelten die Konstanzer auf hauptberuflich um – der Wirtschaftsingenieur Gerwig arbeitet allerdings auch noch freiberufl ich als Berater. Zugleich entwickelten sie ein eigenes Produkt: den „Sitzsack vom Bodensee“, den sie seit April unter der Marke „lakeelazy“ vertreiben. Die Wortschöpfung aus „lake“ (See) und „lazy“ (faul) zeigt, wozu man ihn verwenden kann: zum darauf Sitzen, zum Schwimmen auf dem (Boden)See – aber auch zum Arbeiten. Mit der Idee für einen Sitzsack kam Gerwig aus dem Urlaub in Brasilien zurück, wo er ähnliche Modelle entdeckt hatte. Auch in Deutschland haben die beiden zwei große Mitbewerber, von denen sich der „lakeelazy“ allerdings unterscheidet: „Unser Sitzsack kann schwimmen und hat Taschen“, sagt Sorokin, gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann sowie Betriebswirt. Den Sitzsack-Typ „Mobiles Büro“, den man wie einen Rucksack tragen kann und der Taschen für I-Pad und I-Phone hat, haben sich Gerwig und Sorokin patentieren lassen. Zurzeit vertreiben sie acht Varianten ihres Sitzsacks. Eine Näherei in Villingen-Schwenningen produziert die Hüllen aus Polyestergewebe. Dann füllen Gerwig und Sorokin diese in ihrem Büro im Konstanzer Businesspark mit Styropor-Kugeln und versenden sie. Im ersten halben Jahr haben die Gründer rund 100 Stück verkauft, die meisten über ihr Internetportal und Kontakte. Nun sind sie dabei, die Sitzsäcke auch an angesagte Bars und Lounges zu verkaufen oder über Szeneläden für Wassersport zu vertreiben. Ihr Ziel: Bis zum Jahresende schwarze Zahlen schreiben und, sobald sie es sich leisten können, Mitarbeiter einstellen.
Den gesamten Artikel findet ihr hier: weiter zum PDF
Quelle Bild und Text: Wirtschaft im Süden Nov 2011